Gummibärchen als Karrierekiller – wie ehrlich und schwach darf eine Führungskraft sein?

Shownotes

In dieser Folge geht es um eine Frage, die jeder kennt – und die fast niemand ehrlich beantwortet.

Christian Kaya spricht über:

  • Warum die Schwächenfrage im Bewerbungsgespräch kaum Erkenntnisgewinn bringt
  • Was die Antwort eines Kandidaten über die Kultur einer ganzen Branche verrät
  • Welche Fragen stattdessen tiefere Einblicke liefern
  • Was Fehlerkultur mit Schwächenkultur zu tun hat
  • Warum eine Absage kein persönliches Scheitern ist – sondern oft schlicht eine Frage der Passung

Impulsfragen aus der Folge:

  • Welche Entscheidung würden Sie heute anders treffen?
  • Welche Konstellation hat bei Ihnen zu den meisten Reibungsverlusten geführt?
  • Welches Projekt würden Sie heute nicht noch einmal akquirieren?

Wie sind Ihre eigenen Erfahrungen mit Fragen im Bewerbungsprozess – als Personalverantwortliche:r oder als Kandidat:in?

Christian Kaya freut sich über Kommentare und persönliche Nachrichten.

🔗 Website: www.riverstate.de 🔗 LinkedIn: www.linkedin.com/in/christiankaya

Transkript anzeigen

00:00:00: Tragweite, Führung und Transformation in Planung, Bau- und Infrastruktur.

00:00:07: der River State Executive Search Podcast Christian Kaja.

00:00:12: Herzlich willkommen zu einer neuen Trag weite Folge!

00:00:15: In der heutigen Solo Episode bespreche ich eine Anekdote die ich vor einiger Zeit erlebt habe.

00:00:22: Ich hatte einen Geschäftsführerkandidaten im Bereich Tiefbau im Prozess.

00:00:28: Wir waren schon mittendrin, hatten ein persönliches Vorstellungsgespräch und auf die Frage nach seiner größten Schwäche antwortete er halbschmunzelt Gummibärchen.

00:00:44: Diese Antwort hat neben ein paar anderen Aspekten aber maßgeblich dazu beigetragen dass die Personalverantwortlichen meines Kunden also auch Unternehmensseite wenig Interesse hatten den Bewerbungsprozess vorzusetzen.

00:01:00: Die persönliche Passung, die persönliche Ereignung wurde in Frage gestellt.

00:01:05: im anschließenden Gespräch mit dem Kandidaten indem ich ihm dann abgesagt habe und auch erläutert woran es dann lag oder woran wir das dann festgemacht haben.

00:01:15: dass es nicht passen würde kam mir auf diesen Punkt zu sprechen.

00:01:19: der sagte zu mir Ganz ehrlich, wenn man im Tiefbau seine größte Schwäche offenbart dann wird man platt gemacht.

00:01:28: Also das wäre keine Option anders beziehungsweise ernsthafter darauf zu antworten.

00:01:33: Das hat mich sehr nachdenklich gemacht weil ich kann den Sinn der Fragestellung verstehen ja dass man nach seiner nach der größten Schwäche einer Führungskraft fragt.

00:01:46: Der Ziel oder das der Gedanke dahinter ist ja, dass man die Kritikfähigkeit, die Selbstreflektionsfähigkeit herausfinden möchte und der Punkt ist allerdings, dass diese Frage erstens sehr bekannt ist eine Klassikerfrage und man sich natürlich darauf vorbereiten kann, dass es so die eine Seite gibt.

00:02:07: Ja diese beliebten Antworten wie ja meine größte Schwäche das ist mein Ungeduld oder meinen Perfektionismus wo man wenn man ein bisschen Klugheit mit reinbringen natürlich dann auch immer das so wenden kann, was eigentlich dann doch eine verkappte Stärke ist.

00:02:23: insofern ist da der Erkenntnisgewinn gleich null.

00:02:28: Der zweite Aspekt ist aber auch der, dass aus der Äußerung meines Kandidaten ja auch einiges an einen Blick in die Kultur einer Branche.

00:02:38: Und ich denke mal das wird nicht nur der Tiefbau sein sondern wahrscheinlich die Baubranche insgesamt und noch viele weitere Branchen.

00:02:47: Man könnte sogar so weit gehen, dass ein Großteil unseres gesellschaftlichen Lebens nichts davon geprägt ist ein psychologischer Safe Space zu sein indem man fremden Menschen, wo man sogar auch noch ein Interesse gegenüber hat offenherzig von seinen Schwächen berichtet.

00:03:03: Insofern stellt sich da die Frage wie sinnvoll eine solche Frage im Bewerbungsprozess ist?

00:03:12: Es wäre wünschenswert wenn man so offen über seine Schwächen kommunizieren könnte dass man tatsächlich ja in einem Bewerbunggespräch sich öffnen kann.

00:03:22: aber das lässt sich offenbar nicht abbilden.

00:03:26: Was kann man stattdessen tun, wenn sie Personalverantwortung haben und in einem Bewerbungsgespräch mit einem Kandidaten oder einer Kandidatin sich befinden?

00:03:35: Dann kann man mit einem ähnlichen Interesse aber auch anders in die Biografie eines Kandidatens fragen.

00:03:43: Beispielsweise... erzählen Sie mir von einer Entscheidung, die sie heute anders treffen würden.

00:03:48: Welche Konstellation hat bei Ihnen zu den meisten Reibungsverlusten geführt?

00:03:53: Eine spannende Frage, die man sich aber auch selber stellen kann als Personal verantwortlicher ist beispielsweise welche Schwächen wären wir denn wirklich und ernsthaft bereit zu akzeptieren wenn sie uns genannt würde?

00:04:08: weil nur dann macht es ja Sinn ernsthaft danach zu fragen Und auch nur dann macht es Sinn, sich als Kandidat oder Kandidatin auf diese Frage einzulassen.

00:04:18: Da sind wir nicht nur bei dem Thema Bewerbungsgespräch führen und Bewerbungprozess sondern auch Unternehmenskultur.

00:04:26: Viele reden ja von Fehler Kultur.

00:04:28: Man darf Fehler machen man soll daraus lernen.

00:04:30: da ist immer die Frage wie ehrlich wird das denn wirklich gelebt?

00:04:33: Und in dem Zusammenhang kann man auch von einer Schwächenkultur sprechen.

00:04:38: Welche Schwächen sind erlaubt?

00:04:39: Welche schwächen sind möglich, wie wird mit Schwächen umgegangen wenn sie dann offenbar werden?

00:04:45: und man könnte dann auch genauso – auch wenn man jetzt in der Kandidatenperspektive ist den Spieß quasi umdrehen und zu fragen welche Schwächen während denn in ihrem Unternehmen, in ihrer Unternehmenskultur akzeptabel oder würden kompensiert durch die stärken von anderen.

00:05:06: Also auch wenn man in einer Führungsposition geht, ist man ja entweder auf der Führungs-Ebene nicht alleine sondern in einem Führersteam.

00:05:16: Zusätzlich hat man aber ein Team unter sich auf das man in irgendeiner Form zugreift sofern ist das eine Frage, die auch für die eigene Kandidatenperspektive sehr ergibig sein kann wenn man sich da hinein denkt und hineinfragt.

00:05:33: Passe ich mit meinem persönlichen stärken Schwächenprofil in diese Konstellation weil auch das finde ich ein ganz wichtiger Erkenntnis.

00:05:43: Es geht nicht immer um richtig und falsch oder gut oder schlecht, sondern wie man so klassisch sagt auf jedem Deckel passt ein Topf.

00:05:51: Aber auch nicht jeder Deckel pass zu jedem Topf.

00:05:54: das heißt es kann durchaus auch mit einem sehr soliden Werdegang, mit tollen Qualifikationen, mit hervorragenden Leistungen in der Vergangenheit kann es sein dass man einfach nicht passt in die Unternehmenskultur in die man sich hinein beworben hat in die Konstellation, in der man sich sehen möchte.

00:06:14: Insofern ist das auch eine Erkenntnis oder auch eine Botschaft, eine Absage- oder einen erfolglosen Bewerbungsprozess nicht als persönliches Scheitern zu verstehen sondern als eine im Grunde genommen dann richtig und wichtige Erkenntnisse wenn es eben nicht zueinander passt.

00:06:36: Wichtig ist, dass sowohl auf Kandidatenseite aber auch auf Arbeitgeberseite man sich einfach bewusst macht was man möchte und zu was man bereit ist.

00:06:46: Und natürlich das fängt schon bei der Art der Fragestellung an geht und geht auch darüber hinaus in den Bereich welche Antworten man denn zugeben bereit ist.

00:06:58: Was denken Sie?

00:06:59: Welche Fragen sind Aus Ihrer Sicht die Klassiker in einem Bewerbungsgespräch, die man immer stellen sollte.

00:07:09: Die Sie gerne stellen mit denen sie gute Erfahrungen gemacht haben.

00:07:12: Was sind auch aus Ihrer Kandidatensicht?

00:07:15: Fragen auf die Sie sich vorbereiten oder auch Fragen, die Sie selber mitbringen.

00:07:22: Auch das ist ja ein Aspekt.

00:07:26: Auch schon oft erlebt dann am Ende eines Bewerbungengesprächs werden.

00:07:31: dann stellt die Arbeitgeberseite, die Frage.

00:07:34: Vielen Dank für das spezielle Gespräch.

00:07:36: jetzt möchten wir Ihnen noch in den letzten fünfzehn Minuten den Raum geben und Ihnen ermöglichen Fragen zu stellen.

00:07:44: welche Fragen haben Sie denn auch?

00:07:46: Und auch das ist ein ganz wichtiges Element des Kennenlernens dass man natürlich sehen kann okay worauf fokussiert man als Kandidat als Kandidatin Und wie gut ist man vorbereitet und wie tief hat man sich schon dahin eingedacht?

00:08:00: Also auch da die Dimensionen.

00:08:03: Fragen sind nicht nur das Instrument der Arbeitgeberseite, sondern genauso der Kandidaten bzw.

00:08:09: Bewerbers Seite.

00:08:10: Wenn Sie dazu Impulse haben oder Fragen dann freue ich mich über eine persönliche Nachricht oder einen Kommentar in den verschiedenen Portalen.

00:08:18: Ich denke dass Thema Fragen im Bewerbungsprozess hat eine enorme Relevanz Anlässlich eine Anekdote, die mir schon seit Wochen im Kopf schwirrt.

00:08:31: Eine Facette hinausgepickt.

00:08:33: Ich werde da in Zukunft auch noch mal systematisch darauf eingehen!

00:08:36: Ich hoffe dieser kleine Impuls hat Ihnen den einen oder anderen Einblick gegeben und freue mich über ein Like und ein Abonnement falls noch nicht geschehen und sage bis ganz bald tschüss.

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